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Haltung im Alltag

Woran lässt sich erkennen, wie es Milchkühen geht?

Milchkühe leben auf unterschiedlichen Höfen und in verschiedenen Haltungsformen. Wie ihr Alltag aussieht, hängt unter anderem von der Region, dem Betrieb, der Herde und den Bedingungen vor Ort ab.

Entscheidend ist, was jeden Tag passiert: Futter und Wasser, Ruhe und Bewegung, Stallklima, Kontakt zur Herde, Gesundheitsvorsorge und die aufmerksame Betreuung durch die Menschen auf dem Hof. Wie es den Kühen geht, zeigt sich dabei auch an den Tieren selbst – etwa daran, wie sie sich bewegen, ihre Liegeflächen nutzen und wie sauber sie sind.

Eine Haltungsform oder ein Zeichen auf der Verpackung kann Orientierung geben, erzählt aber allein nicht die ganze Geschichte.
Hier zeigen wir, worauf es bei der Haltung von Milchkühen ankommt, welche Unterschiede es gibt und wie Labels einzuordnen sind.

 

Wie finde ich mich bei all den Kenn­zeichnungen & Labels zurecht?

Besondere Zahlen

3,6M 3.6 Millionen Milchkühe gab es 2025 in Deutschland auf 47.157 Milchviehbetrieben. Rechnerisch entspricht das einer durchschnittlichen Herdengröße von etwa 76 Kühen – regional unterscheiden sich die Betriebe jedoch deutlich. ¹
87% Bei der Landwirtschaftszählung 2020 waren 87 % der Stallplätze für Milchkühe Laufstallplätze. Die Zahl bezieht sich auf Haltungsplätze im Jahr 2020, nicht auf die Zahl der heute gehaltenen Kühe. ²
5 So viele Stufen gibt es für die Haltungsform-Kennzeichnung für Milchprodukte: Stall, Stall + Platz, Frischluftstall, Auslauf/Weide und Bio. So bietet sie beim Einkauf eine erste Orientierung. ³

Was Haltung im Alltag bedeutet

 

Lebensraum, Bewegung & Herde

Passende Haltungsbedingungen für Kühe bedeuten mehr als ausreichend Platz. Sie brauchen Bereiche zum Fressen, Trinken, Ruhen und Bewegen, ein zur Jahreszeit passendes Stallklima und Kontakt zu anderen Kühen in der Herde.¹

Weiche, trockene Liegeflächen, gut begehbare Laufgänge und Möglichkeiten zur Fellpflege können Teil der Stallgestaltung sein. Ebenso wichtig ist die tägliche Pflege dieser Bereiche: Liegeflächen sauber und trocken halten, Laufgänge reinigen und Tränken regelmäßig kontrollieren. Bei hohen Temperaturen kommt es außerdem darauf an, die Tiere vor Hitzebelastung zu schützen.¹

Ob im Laufstall, auf der Weide oder mit Zugang zu einem Laufhof: Entscheidend ist, wie die Bedingungen im Alltag zusammenspielen. Dazu gehört auch der Blick auf die Kühe selbst. Wie sie sich bewegen und die Liegeflächen nutzen, kann Hinweise auf möglichen Verbesserungsbedarf geben.¹ ²

Worauf kommt es bei der Haltung von Milchkühen an & welche Haltungsformen gibt es überhaupt?

 

Futter & tägliche Betreuung

Gras, Heu und Silage sind wichtige Bestandteile der Futterration. Je nach Herde und Lebensphase ergänzen die Höfe weitere Futtermittel und Mineralstoffe. Damit die Versorgung passt, wird die Ration regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.³

Zur täglichen Arbeit gehören außerdem Füttern, Melken, die Kontrolle von Wasser und Stallhygiene sowie der Blick darauf, wie die Kühe fressen, wiederkäuen und sich bewegen.¹ ⁶

Was gehört zur täglichen Betreuung von Milchkühen?

Wie sieht der Alltag einer Milchkuh aus?

Kuh & Kalb

Nach der Geburt stehen Kuh und Kalb besonders im Fokus. Eine ruhige Abkalbung, saubere Bedingungen, aufmerksame Beobachtung und die frühe Versorgung des Kalbes mit Biestmilch prägen die ersten Stunden und Tage.⁴

Wie der weitere Kontakt zwischen Kuh und Kalb gestaltet wird, unterscheidet sich je nach Betriebssystem. Üblich ist eine frühe Trennung; daneben gibt es mutter- und ammengebundene Formen der Kälberaufzucht.⁴ ⁵

Wie werden Kuh und Kalb nach der Geburt versorgt?

Menschen & Technik

Gute Haltung braucht Menschen, die ihre Tiere kennen. Erfahrung, ruhiger Umgang und feste Routinen helfen dabei, Veränderungen wahrzunehmen und angemessen zu handeln.¹

Sensoren, Melksysteme und Herdenmanagementprogramme können das Hofteam unterstützen. Sie liefern Hinweise zu Aktivität, Wiederkäuen oder Milchdaten – die tägliche Beobachtung der Tiere ersetzen sie jedoch nicht. Die Größe eines Hofes allein sagt deshalb noch nicht, wie die Betreuung im Alltag organisiert ist.¹ ⁶

 

Haltung entwickelt sich weiter

Milchviehhaltung ist regional unterschiedlich gewachsen und verändert sich weiter. Höfe entwickeln ihre Ställe und Arbeitsabläufe fort und nutzen Erkenntnisse aus Beratung, Wissenschaft und Praxis. Was vor Ort möglich ist, hängt auch von Flächen, Gebäuden und den Menschen auf dem Hof ab.¹ ⁵

Die Weiterentwicklung der Haltung ist eine gemeinsame Aufgabe von Höfen, Beratung, Wissenschaft, Molkereien, Handel und Politik. Entscheidend bleibt, wie sich Veränderungen im Alltag für die Kühe auswirken.²

 

 

Seit rund 7.000 Jahren steht Milch in Europa auf dem Speiseplan.

Das heißt aber nicht, dass es dazu keine Fragen mehr gibt. Hier findest du Antworten!

Quellen

  1. [1] Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): Wie werden Milchkühe gehalten?, 2026 — Link
  2. [2] Thünen-Institut: Tierwohl messen und verbessern. Ausgewählte inter- und transdisziplinäre Tierwohl-Projekte am Thünen-Institut, 2025 — Link
  3. [3] Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): Milch, 2025 — Link
  4. [4] Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): Was passiert mit den Kälbern von Milchkühen?, 2025 — Link
  5. [5] Thünen-Institut: Ein System mit vielen Gesichtern, 2022 — Link
  6. [6] Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL): Warum ist digitale Kontrolle in der Milchviehhaltung gut für das Tierwohl?, 2025 — Link
  7. [7] Initiative Tierwohl GmbH (Haltungsform): Kriterien – Haltungsform 5-stufig, 2026 — Link