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Was gehört zur täglichen Betreuung von Milchkühen?
Die kurze Antwort
Fütterung, Melken und Gesundheitsvorsorge prägen den Alltag auf einem Milchviehbetrieb. Entscheidend sind eine bedarfsgerechte Versorgung mit Futter und Wasser, ruhige und hygienische Abläufe, die tägliche Beobachtung der Tiere und ein fachlicher Umgang mit Auffälligkeiten.² ⁴
Fakten
Futter, das zur Herde passt
Grundfutter wie Gras, Heu oder Silage bildet einen wichtigen Teil der Futterration von Milchkühen. Je nach Herde und Leistungsphase werden weitere Futtermittel und Mineralstoffe ergänzt. Entscheidend ist nicht ein einzelnes Futtermittel, sondern eine Ration, die zu den Tieren und ihrer jeweiligen Situation passt und regelmäßig überprüft wird.¹ ²
Zur täglichen Betreuung gehört auch der Blick darauf, wie die Kühe fressen und wiederkäuen. Veränderungen können ein Anlass sein, genauer hinzusehen und die Fütterung oder den Gesundheitszustand eines Tieres zu prüfen.³ ⁴
Melken: Routine, Hygiene & Aufmerksamkeit
Melken ist mehr als Milchgewinnung. Ruhige Abläufe, saubere Melktechnik und Hygiene gehören ebenso dazu wie die Beobachtung der Tiere und des Euters.² ⁴
In automatischen Melksystemen können Kühe die Melkbox selbst aufsuchen. Die Technik steuert den Melkablauf und kann Daten liefern, etwa zu Milchmenge, Leitfähigkeit oder Wiederkäuaktivität. Solche Hinweise unterstützen das Herdenmanagement – sie ersetzen den täglichen Blick in die Herde jedoch nicht.² ³ ⁴
Kuh Gesundheit & Unterstützung
Kranke oder verletzte Kühe müssen angemessen versorgt werden. Wenn es erforderlich ist, wird eine Tierärztin oder ein Tierarzt hinzugezogen. Auch die Absonderung eines Tieres in einem geeigneten Bereich kann Teil der Versorgung sein.⁴
Die tägliche Überprüfung des Bestands und medizinische Behandlungen werden dokumentiert.⁴ Nach der Anwendung von Tierarzneimitteln gelten je nach Präparat und Anwendung Wartezeiten. Die Milch eines behandelten Tieres darf während dieser Wartezeit nicht als Lebensmittel verwendet werden.⁵
Mensch-Tier-Beziehung ist der Schlüssel
Wichtig für das Wohl der Kühe ist auch, wie viel Zeit und Aufmerksamkeit das Hofteam für die Tiere hat. Eine Untersuchung von mehr als 3.000 Milchviehbetrieben fand Zusammenhänge zwischen dem untersuchten Tierwohlindex und Faktoren wie Weiterbildung, Beratung, Zeit für die Tiere und automatischen Melksystemen. Die Herdengröße allein erklärte die Unterschiede dagegen nur in geringem Maß.⁷
Quellen
- [1] Bundeszentrum für Landwirtschaft, Heu und Silage – bedeutende Futtermittel für die Landwirtschaf, 2025 — Link · abgerufen 09/2026
- [2] Bundeszentrum für Landwirtschaft, Wie werden Milchkühe gehalten?, 2026 — Link · abgerufen 09/2026
- [3] Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft, DLG-Merkblatt 466: Digitale Anwendungen fürs Herdenmanagement in der Milchviehhaltung, 2021 — Link · abgerufen 09/2026
- [4] Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, § 4: Allgemeine Anforderungen an Überwachung, Fütterung und Pflege — Link · abgerufen 09/2026
- [5] Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Festlegung von Wartezeiten (o. J.) — Link · abgerufen 09/2026
- [6] Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft, DLG-Merkblatt 498: Wasserversorgung für Rinder – bauliche, technische und bedarfsgerechte Lösungen, 2025 — Link · abgerufen 09/2026
- [7] Lindena T, Hess S, Ist das Tierwohl auf kleinen Milchviehbetrieben besser?, 2022 — Link · abgerufen 09/2026