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Wie hat sich der Konsum von Milchprodukten verändert?
Die kurze Antwort
Milchprodukte gehören für viele Menschen weiterhin zum Alltag, aber nicht immer in derselben Form. Neben Trinkmilch stehen heute Käse, Quark, Joghurt, Eiskaffee, Ayran und zahlreiche weitere Produkte im Kühlschrank. Einige Kategorien wachsen, andere entwickeln sich verhaltener. ⁵ Deshalb gibt es nicht den einen Trend für die gesamte Produktwelt.
Milchkonsum ist mehr als Trinkmilch
Wenn über Milchkonsum gesprochen wird, richtet sich der Blick häufig zuerst auf klassische Trinkmilch. Sie ist jedoch nur ein Teil der Produktwelt. Auch Käse, Joghurt, Quark, Kefir, Buttermilch, Sahne, Butter und Milchmischgetränke gehören dazu.
Verändert sich der Absatz einer Kategorie, lässt sich daraus nicht automatisch auf alle Milchprodukte schließen. Während ein Produkt weniger gekauft wird, können andere gleichzeitig zulegen. Erst der Blick auf die einzelnen Kategorien zeigt, wie sich die Nachfrage entwickelt. ⁵
Klassiker bleiben gefragt
Im deutschen Lebensmitteleinzelhandel wurden 2025 in mehreren Kategorien mehr Milchprodukte verkauft als im Vorjahr. Besonders deutlich fiel das Plus bei Quark aus: Der Absatz stieg um 7,4 Prozent auf rund 391.300 Tonnen. Käse in Selbstbedienung legte um 2,5 Prozent auf nahezu 1,2 Millionen Tonnen zu. Auch Joghurt und Butter verzeichneten höhere Absatzmengen. ¹⁴
Die Zahlen zeigen, wie sich die private Nachfrage innerhalb eines Jahres verändert hat. Ein einzelner Jahresvergleich bildet jedoch noch keinen langfristigen Trend. Dafür müssen mehrere Jahre und die jeweiligen Marktbedingungen gemeinsam betrachtet werden. ⁵
Jüngere Menschen greifen anders ins Regal
Alter und Lebenssituation können beeinflussen, welche Produktform gewählt wird. Im NIQ-Haushaltspanel von März 2023 bis Februar 2024 waren Ayran, Eiskaffee und Milchmischgetränke in den Einkäufen von Menschen unter 30 Jahren stärker vertreten als klassische Trinkmilch. ²
Neuere Daten für 2024 zeigen außerdem, dass jüngere und besonders trendorientierte Käufer:innen überdurchschnittlich häufig zu Produkten wie Eiskaffee, Kefir, Ayran und Trinkjoghurt griffen. Auch High-Protein-Produkte wurden von Unter-30-Jährigen überdurchschnittlich häufig gekauft. ³
Das bedeutet nicht, dass alle jungen Menschen dieselben Vorlieben haben. Die Daten zeigen, dass sich die Auswahl innerhalb der Milchprodukte verschiebt und neue Formate zusätzliche Verzehranlässe schaffen.
Was beeinflusst unsere Auswahl?
Essgewohnheiten verändern sich mit dem Alltag. Manche Menschen frühstücken unterwegs, trinken ihren Kaffee auf dem Weg zur Arbeit oder greifen zwischendurch zu kleineren Portionsgrößen. Internationale Esskulturen und Gastronomie bringen weitere Produkte ins Blickfeld. Soziale Medien können die Sichtbarkeit von Produkten und Zubereitungsarten erhöhen. ⁶
Dadurch entstehen neue Verzehranlässe. Quark wird zum Snack oder Bestandteil eines schnellen Frühstücks, Eiskaffee und Milchmischgetränke werden unterwegs getrunken, Ayran, Kefir und Skyr erreichen weitere Zielgruppen. ³ Nicht jede kurzfristige Aufmerksamkeit entwickelt sich zu einem dauerhaften Trend. Das zeigt sich erst über einen längeren Zeitraum.
Fakten
Quellen
- [01] Zentrale Milchmarkt Berichterstattung (ZMB) und NielsenIQ: Absatz von Milchprodukten im Lebensmitteleinzelhandel 2025; Zusammenfassung bei top agrar, 2026 — Link
- [02] Initiative Milch: Über den Milchkonsum von heute, Datengrundlage: NIQ-Haushaltspanel, 2024. — Link
- [03] Initiative Milch: Der diverse Kühlschrank, Datengrundlage: NielsenIQ Haushaltspanel und Handelspanel, 2025 — Link
- [04] Milchindustrie-Verband: Milchmarkt Anfang 2026 – Verbraucherpräferenzen und Konsumzahlen 2025, 2026 — Link
- [05] Bundeszentrum für Landwirtschaft: Tag der Milch – Milchverbrauch sinkt in 30 Jahren um mehr als ein Viertel, 2026 — Link
- [06] Rini et al.: Social media and food consumer behavior – A systematic review, 2024 — Link