Podcast #1
Milchbäuerin Katharina und Influencerin Sarah haben mehr gemeinsam, als man zunächst annimmt. Wie sie gegenseitig ihre Lebenswelten sehen, erfahrt ihr in unserem Podcast.
Sarah und Katharina kommen aus Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten – scheinbar. Für die eine beginnt der Morgen an der Heugabel, für die andere mit dem Handy. Die eine versorgt Milchkühe, die andere ihre Follower:innen. Im Podcast sprechen sie über ihren Alltag mit oder ohne Milch, das Bild der modernen Landwirtschaft in den sozialen Medien und wie man aus der eigenen Info-Bubble ausbrechen kann.
Alle Folgen findet ihr ab sofort auf Apple Music, Spotify und Deezer.
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[00:00] Thema: Intro und Vorstellung der Gäste
Katharina: Es ist okay, wenn ihr auf tierische Produkte verzichten möchtet, aber werdet nicht zum Troll, weil wir Landwirte haben ein Herz.
Tarik: [Podcast-Musik] Willkommen bei Let's Talk Milch, dem Podcast der Initiative Milch. Wisst ihr, was Sterneküche, Celebrities, Jungbäuerinnen, Food Startups und Latte-Art-Künstlerinnen vereint? Ich bin Tarik und verrate es euch. Hier bei Let's Talk Milch. Für die eine beginnt der Morgen an der Gabel, für die andere am Smartphone. Die eine ist Jungbäuerin und produziert Milch mit ihren 140 Milchkühen. Die andere ist Influencerin mit 37.000 Follower:innen und weiß deswegen ganz genau, was die Generation Z bewegt. Beide sind jung, engagiert und erfolgreich. Wie beeinflussen die beiden das Essverhalten der jungen Menschen? Was könnten sie voneinander lernen und was haben sie vielleicht schon gemeinsam? Das wollen wir heute von unseren beiden Gästinnen erfahren. Willkommen Katharina und Sarah. Wir wollen gucken, was bewegt die Generation Z? Was ist die Generation Z? Wie isst sie und im Speziellen, wenn es um das Thema Milch geht. Wir wollen Fragen klären wie: Was beeinflusst die Entscheidung, wenn es zum Beispiel um Milchprodukte geht, welchen Stellenwert haben Milchprodukte für die Generation Z? Und zwar Sarah Emmerich, du bist Head of Influencing, kann man das so sagen?
Sarah: Ich habe eine Influenceragentur für Influencer Marketing.
Tarik: Genau, die hast du, und du sprichst dort genau die jungen Menschen an, die wir heute im Fokus haben. Das heißt, es freut mich sehr, dass du heute da bist.
Sarah: Vielen Dank.
Tarik: Und auch mit dabei ist Katharina Lechulte. Du bist Jungbäuerin, kann man das so sagen?
Katharina: Ja, darf man gerne so sagen.
Tarik: Und du kommst aus Nordrhein-Westfalen, was mich sehr, sehr freut, denn ich komme aus dem Ruhrgebiet und ich liebe den Ort, wo du herkommst, denn der heißt...
Katharina: Westerkappeln.
Tarik: Ich will in Westerkappeln leben. Kann ich dahin?
Katharina: Sicher. Auf jeden Fall, herzlich eingeladen.
Tarik: Platz auf deinem Hof?
Katharina: Ja.
Tarik: Und du hast, wie viele Kühe hast du?
Katharina: 140 Milchkühe.
Tarik: Genau. Richtig. Und du hast eine besondere Art, diese Milchkühe zu bewirtschaften und darüber reden wir gleich. Das freut mich sehr. Hi.
Katharina: Hi.
[02:15] Thema: Emoji-Assoziationen zum Thema Milch
Tarik: Lasst uns direkt mit einer kleinen Emoji-Frage anfangen, denn die Generation Z ist jung, sie ist frisch und Emojis sind wichtig. Mein Lieblingsemoji ist der, der weint und dabei lacht. Es sagt viel über mich aus, und ich will wissen: Wenn ihr an Milch denkt, welches Emoji ploppt bei euch auf? Sarah?
Sarah: Also bei mir auf jeden Fall als Erstes die Kuh, das Kuhgesicht. Das ist jetzt meine erste Assoziation damit, obwohl ich selber tatsächlich hauptsächlich Hafermilch konsumiere. Es ist so meine erste Assoziation damit, die Kühe.
Tarik: Ich habe gelesen, dass du Hafermilch gerne im Kaffee trinkst.
Sarah: Ja, aber ich verzichte nicht generell auf Milchprodukte. Also ich konsumiere schon sehr gerne zum Beispiel Käse, Quark, also alles was so drumherum ist. Aber Hafermilch, also Milchalternativen im Kaffee, habe ich mir zum Beispiel über die Zeit angewöhnt.
Tarik: Also es ist die Kuh bei dir.
Sarah: Ja.
Tarik: Katharina?
Katharina: Ich muss ehrlich sagen, bei mir ist es auch die Kuh, aber mit einer ganz anderen Assoziation, weil ich damit dann halt auch immer so eine Lieblingskuh direkt verbinde. Für mich ist es einfach direkt dieses flauschige Kuhgesicht, was dann einfach bei mir im Kopf ist und deswegen verwende ich es auch wirklich extrem häufig. Wahrscheinlich leiden meine Chatpartner, die das lesen. [lacht]
Tarik: Und ich weiß auch bei dir, dass du deinen Kühen Eigenschaften zuschreibst.
Katharina: Ja, definitiv. Jede Kuh hat einen eigenen Charakter. Ich könnte wirklich über jeden ein Buch schreiben. Mal dick, mal dünn, aber die sind einfach was ganz Besonderes.
Tarik: Darüber reden wir noch gleich, aber wir fangen an mit Sarah. Denn die Initiative Milch und das rheingold Institut haben gemeinsam eine Studie herausgegeben und da sind ein paar interessante Daten herausgekommen. Ich muss es ablesen.
Sarah: Ja, alles gut.
[04:30] Thema: Studienergebnisse und Ernährungs-Bubbles der Gen Z
Tarik: Denn it's a lot, Leute. Also, passt auf. Bei der Studie waren 1.000 Menschen mit dabei, Generation Z 16 bis 29, also mein Alter seit zehn Jahren. Fast 74,5 % der Befragten haben gesagt, dass die Ernährung einen wichtigen Stellenwert im eigenen Sein hat, also dass die Identität über Ernährung quasi definiert wird. Aber interessanterweise leben oder ernähren sich nur 14,1 % der Befragten vegetarisch und nur 3,9 % vegan. Was ich interessant finde, denn wenn man im Supermarkt unterwegs ist, ist ja das Angebot von pflanzlichen Alternativen omnipräsent. Sarah, wenn du diese Zahlen hörst, überrascht dich das auch?
Sarah: Also, mich überrascht es nicht wirklich, weil man ist wirklich in so einer Bubble. Ich wohne in Berlin, also ich habe das Gefühl, immer jeder ist vegan. Ist aber nicht so. Wir sehen es gerade an der Studie, also tatsächlich sind es ja nur 10 bis 20 %, die sich überhaupt vegetarisch oder vegan ernähren, selbst in der Generation Z. Das ist immer noch viel mehr, als es bei den älteren Generationen ist. Das heißt, dadurch kommt es einem wahrscheinlich so vor, dass gerade in dieser Generation das sehr, sehr wichtig ist. Nichtsdestotrotz gibt es auch 80 % oder sogar mehr, die eben vor allem nach Lust und Laune essen. Ich glaube, das beschreibt es auch sehr. Gerade die junge Generation isst natürlich auch trotzdem immer noch sehr viel nach Lust und Laune und will sich vielleicht auch nicht immer was verbieten lassen. Es ist sehr gemischt trotzdem.
Tarik: Ja, aber Bubble ist ein gutes Stichwort, weil wenn ich meine Freundinnen anschaue, denke ich mir auch immer: Wow, das sind Menschen, die vegetarisch, vegan leben. Was macht diese Bubble mit einem? Also, ist diese Social-Media-Freund:innen-Bubble ein Realitätscheck oder am Ende doch nur auch eine Bubble?
Sarah: Wie du sagst, eher eine Bubble als ein Realitätscheck. Wir sehen es ja auch an der Umfrage, dass eben nicht der Großteil der Generation Z vegan oder vegetarisch lebt. Das kommt einem dann vielleicht manchmal so vor, auch auf Social Media vor allem. Ich glaube, viel mehr Leute probieren heute diese Trends aus, vor allem junge Leute, weil sie sich natürlich auch viel leichter davon auf Social Media inspirieren lassen als früher, wo es Social Media überhaupt nicht gab. Ich glaube, es ist jetzt nicht gefährlich, aber man sollte immer schauen, dass man wirklich verschiedene Sachen auch miteinander vergleicht, sich in verschiedenen Bubbles bewegt und offen darüber spricht und jetzt nicht zu sehr denkt: Oh, alle meine Freundinnen sind zum Beispiel vegan, ich muss das jetzt auch machen.
Tarik: Aber glaubst du, dass Social Media das Essverhalten der Generation Z beeinflusst?
Sarah: Auf jeden Fall. Ich glaube, viele nehmen das nicht wahr. Das kam auch in der Studie raus, dass viele gar nicht so wahrnehmen, dass sie davon beeinflusst werden. Aber ich glaube, unterbewusst ganz viel. Sie probieren neue Trends aus, die sie ohne Social Media gar nicht kennen würden. Egal, ob das jetzt Veganismus ist oder auch einfach Food-Trends und Rezepte, was sie aber vielleicht gar nicht so bewusst wahrnehmen.
[07:15] Thema: Leben und Arbeiten auf dem Generationshof
Tarik: Katharina, du bist auf einem Generationshof und dort die Jüngste. Ich weiß nicht, was ein Generationshof ist. Bitte erklär mir das.
Katharina: Ganz aktuell bin ich nicht mehr die Jüngste. Wir sind mit der Generation Silent, mit der Generation früher X, Y, Z und Alpha zusammen auf...
Tarik: Kein Boomer?
Katharina: Nee, kein Boomer. Den haben wir jetzt ausgelassen. [lacht] Aber man kann nicht alles haben. Und aktuell leben wir, wenn wir alle da sind, mit sieben Leuten auf einem Hof. Natürlich ist das alles großräumig genug, dass jeder seine Bereiche hat, aber insgesamt leben wir alle zusammen in einem Haushalt.
Tarik: Ja.
Katharina: Und ich meine, da sind Generationskonflikte vorprogrammiert. Da können wir nicht drumherum reden. Man merkt, zwischen den Generationen sind große Verständigungsprobleme zwischendurch und die muss man dann auch ausräumen und klar benennen. Zum Beispiel mein Vater macht viele Sachen anders als ich. Sein Vater vorher hat viele Sachen anders gemacht als er und so versuchen wir immer ständig drüber zu reden, aber es ist immer eine Kommunikationssache. Wir müssen immer, immer drüber sprechen.
Tarik: Aber wie schafft man es in so einem Generationshof, wo glaube ich auch eventuell konservative Ideen Realität haben. Wie schafft man es dann trotzdem zu sagen: "Hey, wir wollen Zukunft, wir wollen eine Milchproduktion, die im Jetzt und aber auch drei Steps weiter vielleicht schon ist"?
Katharina: Genau das ist es ja, es ist ja nicht sehr konservativ. Es ist ja wirklich sehr modern. Beziehungsweise die Entscheidung, dass wir alle zusammen leben möchten, war ja ganz bewusst. Wir sind ja alle zusammen da reingegangen und haben alle zusammen gesagt, das ist total toll, Frühstück und Mittagessen zusammen immer zu haben, Projekte zusammen anzugehen. Man hat einfach auch diese kostenlosen Ratschläge, die man dann kriegt über die Generationen, und dieses "Jeder hilft jedem". Sich bewusst für diesen Generationsvertrag zu entscheiden und zu sagen: Ich lebe den jetzt. Ich muss ehrlich sagen, ich habe es noch keine Sekunde bereut.
[09:20] Thema: Social Media, Landwirtschaft und gegenseitiges Lernen
Tarik: Sehr schön. Aber wenn du zum Beispiel... Ich meine, Sarah kommt von der Generation Z. Wenn du auf Social Media unterwegs bist, welche Bilder von der Milchwirtschaft siehst du dort und hat das mit dem zu tun, was du dort machst bei dir?
Katharina: Also ich persönlich bin vermutlich ein schlechterer Ansprechpartner für das Milchprodukt an sich, weil ich bin ja in dieser Agrar-Bubble. Also ich bin in einer ganz anderen Bubble als viele der Konsument:innen, und deswegen finde ich es gerade so wichtig, dass solche Sachen stattfinden, damit wir vernetzt werden, damit wir mehr zusammenkommen, weil das ist uns super wichtig auch auf den Höfen. Wir merken leider, wie oft uns jetzt die Leute mehr abdriften und wie viel Falschinformationen leider auch kursieren. Und deswegen ist es unsere Intention: Kommt her, wir beißen nicht, wir wollen gerne mit euch reden und fragt uns oder schaut rein.
Tarik: Ja, aber wenn du zum Beispiel daran denkst, dass ja super viele Menschen – oder einige Menschen, nicht laut der Studie, aber auf jeden Fall auch – Milchalternativen gerne nutzen, was denkst du, wird die Art und Weise, wie du produzierst, zukunftsfähig sein?
Katharina: Also, dieser Ernährungstrend, vegan, vegetarisch, das ist ja im Grunde genommen ein Trend wie Dauerwelle oder Leoprint. Da kann man sich für entscheiden, kann man auch ausprobieren, kann man schauen, ob das was für einen ist. Entweder man bleibt damit oder nicht. Und ich finde schön, dass sich immer mehr Menschen mit dem Grundbedürfnis Ernährung auseinandersetzen, das als Stellenwert immer höher stellen und sich auch wirklich damit beschäftigen, wo ihre Produkte herkommen, wie die Tiere gehalten werden, wie das verarbeitet wird, der Klimaaspekt dabei – das ist super wichtig. Und genau da sind wir am Puls der Zeit von Generation Z und versuchen da auch wirklich, die abzuholen und mitzunehmen, weil die Landwirtschaft verändert sich ja auch von Tag zu Tag und das ist uns sehr wichtig.
Tarik: Ja, es ist quasi Wandel. Es ist hier und jetzt und das merkt man glaube ich, wenn du erzählst, was ihr da bewirtschaftet, wie ihr arbeitet. Und die große Frage ist ja auch so ein bisschen: Handy oder Heugabel? Zwei Welten, die eventuell nicht so ganz zusammenpassen, aber vielleicht auch doch. Sarah, wenn du Katharina zuhörst, hättest du gedacht, dass Milchwirtschaft, die konventionell ist, so abläuft?
Sarah: Nein. Also das Bild, was auf den sozialen Medien oder generell in den Medien gezeichnet wird, ist natürlich schon sehr negativ, das muss man sagen. Ich kann jetzt schwer beurteilen – weil es ist nicht meine Branche – wie viel Realität da dran ist. Aber genau deswegen...
Tarik: Also wir glauben Katharina.
Sarah: Ja, ja, wir hoffentlich. [lacht] Nein, ich meine jetzt an dem Bild, was gezeichnet wird, und deswegen finde ich es auch so wichtig, wie Katharina sagt, dass wir uns hier treffen und darüber sprechen. Deswegen fand ich auch die Einladung super zu diesem Panel. Sich einfach zu verschließen und zu sagen: "Nein, nein, die Milchwirtschaft, das ist alles ganz, ganz schlimm" – das kann man nicht pauschalisieren. Und das ist dann die Gefahr, die gerade in der Generation Z durch Social Media entstehen kann und durch das, was dort für Informationen verbreitet wird.
Tarik: Aber Katharina, wenn du Sarah zuhörst. Glaubst du, dass Milchbäuerinnen von Influencerinnen was lernen können?
Katharina: Definitiv. Also sehr, sehr viel. Ich würde sagen, wir sind beide so auf unserem Thema Expertinnen, aber im Themenbereich des anderen sind wir, glaube ich, relativ unsicher und deswegen müssen wir zusammenarbeiten beziehungsweise uns auch gegenseitig zuhören und Tipps annehmen. Da wirklich zusammenzuarbeiten, um das Ganze auch branchenübergreifend, bubbleübergreifend zu kommunizieren.
Tarik: Aber nutzt du Social Media, um deine Arbeit nach außen zu tragen?
Katharina: Schon. Ja, also es gibt auch viele Agrar-Bloggerinnen, die wirklich auch großvolumig Content neben der Arbeit bringen und die sind wirklich toll. Also, die machen da einen Bärendienst und die zeigen ihren kompletten Hof sehr offen und ehrlich. Das ist wirklich das Wichtige, dass wir offen und ehrlich drüber sprechen und nicht irgendwas schönreden oder weglassen, sondern dass wir wirklich zeigen: So ist es und das kriegt ihr.
[12:50] Thema: Appelle an die Verbraucher:innen und persönliche Vorlieben
Tarik: Sarah, wenn du an die Verbraucher:innen denkst, gibt es irgendetwas in puncto Milch, was du noch loswerden möchtest?
Sarah: Ich glaube, es ist einfach wichtig, sich eben nicht zu sehr in einer Bubble zu bewegen und sich wirklich damit auseinanderzusetzen. Eine Sache, die mir wirklich wichtig dazu ist: Es ist sehr individuell. Es gibt Menschen, die sind laktoseintolerant, es gibt Menschen, die vertragen die Produkte gut, und es gibt Menschen wie mich zum Beispiel, die möchten nicht auf Milchprodukte verzichten, haben aber gar kein Problem damit oder es schmeckt mir auch mittlerweile einfach besser.
Tarik: Was ist dein Produkt, wo du sagst: Ey, ohne Milch geht's einfach nicht?
Sarah: Alles, was mit Käse zu tun hat.
Tarik: Fühle ich.
Sarah: Es ist so, ne? Es gibt keine gute Käsealternative. Ich habe es auch schon versucht, aber es funktioniert nicht. Ja. Und Schokolade vielleicht auch.
Tarik: Ja, Schokolade ist auch ein großes Thema, weil ich liebe auch Vollmilchschokolade und da finde ich es auch sehr schwierig mit den Alternativen.
Sarah: Ich glaube, es ist alles machbar. Meine Erfahrung ist, ich habe auch tatsächlich zwei Jahre vegetarisch gelebt und fast vegan, und sehr stark darauf geachtet, darauf zu verzichten. Für mich persönlich zum Beispiel war es nicht der Way-to-go.
Tarik: Was sind deine Statements an die Verbraucher:innen?
Katharina: Mein Statement wäre: Beschäftigt euch weiter mit dem, was ihr esst, wo es herkommt und wie es produziert wird, und bildet euch eure eigene Meinung. Es ist okay, wenn ihr auf tierische Produkte verzichten möchtet, aber werdet nicht zum Troll, weil wir Landwirte haben ein Herz, wir haben Gefühle. Es lässt sich schnell auf uns schimpfen, wenn man sich nicht informiert hat. Deswegen geht an uns ran, nehmt den Bauern von nebenan zur Seite, stellt ihm Fragen und löchert ihn, weil das ist wirklich wichtig, sich da auch einfach klar zu informieren.
[14:40] Thema: Publikumsfragen und Verabschiedung
Tarik: Habt ihr im Publikum jetzt schon Fragen an unsere Gästinnen? Oha. Oh, da, guck mal.
Zuschauer:in: Wann steht ihr denn morgens auf?
Katharina: Eigentlich auf allen Betrieben ist es so, dass so um 6 Uhr der Wecker klingelt und dann erst mal die Kaffeemaschine und alles so nach und nach. Und dann irgendwann ist man dann draußen, dann liest man noch ein bisschen Zeitung und dann 6:30 Uhr starten wir so durch.
Tarik: Eher 18 Uhr, oder?
Katharina: 18 Uhr.
Tarik: Sarah, ist das die Peak-Time auf Insta?
Sarah: Ach so. Ist so, oder? Nee. Also ich stehe tatsächlich auch zwischen 7 und 8 Uhr auf, aber das liegt dann meistens daran, dass bei mir die ersten Termine so um 9 bis 10 Uhr anfangen und ich dann davor noch E-Mails mache oder so. Also, ich habe ja dann keine Tiere zu versorgen.
Tarik: Ja, also ich stehe auch immer um 6 Uhr auf, falls es irgendjemanden interessiert. Gibt es noch mehr Fragen aus dem Publikum? Ja.
Zuschauer:in: Wer kümmert sich denn um Ihre Tiere, wenn Sie im Urlaub sind?
Katharina: Gute Frage. Was ist Urlaub? [lacht] Nein, also es ist schon so, dass man auch mal in den Urlaub fahren kann. Aber wir machen dann halt keine großen Trips über zwei Wochen oder so, sondern das ist dann eher so begrenzt auf ein Wochenende oder so einen Tagesausflug. Man muss halt gucken, dass man dann entsprechend geschultes Personal als Ersatzkraft bekommt oder Leute in der Hinterhand hat, Verwandte, die da irgendwie aushelfen. Weil es geht ja immer noch darum, dass die Tiere wirklich jeden Tag optimal versorgt werden müssen. Das ist unsere Pflicht und das müssen wir sicherstellen. Von daher, ja, man kann in den Urlaub fahren, aber es ist halt nicht super lange.
Tarik: Ich danke euch, schön, dass ihr mit dabei wart und Einblicke auf Produzentinnen- und Verbraucherinnenseite gegeben habt. Danke euch. Das war Let's Talk Milch Live, das Talkformat der Initiative Milch. Der Dialog, der alle zusammenbringt und bei dem über alle Themen offen und ehrlich geredet wird. Verpasst keine Folge. [Podcast-Musik]
„Es ist okay, wenn ihr auf tierische Produkte verzichten möchtet. Aber werdet nicht zum Troll, denn auch wir Landwirte haben ein Herz und Gefühle.“
Katharina Leyschulte, Jungbäuerin
Die 27-Jährige betreibt mit ihrer Familie einen Milchhof im nordrhein-westfälischen Westerkappeln. Die Jungbäuerin versorgt ihre 140 Milchkühe mit viel Liebe, Leidenschaft und moderner Technologie. Ihr ist wichtig, effizient als Unternehmen, nachhaltig gegenüber der Natur und transparent für die Öffentlichkeit zu arbeiten.
Katharina Leyschulte auf Instagram
Zum Porträt
Mit 24 Jahre ist Sarah eine echte Social Media-Native. Sie führt eine Influencer Marketing Agentur und spricht in ihrem Podcast „Zwischen Generation Y und Z“ mit jungen Menschen über den Einfluss von Digitalisierung und Social Media, ihre persönlichen Gedanken und Einblicke in ihren Alltag.
Sarah Emmerich auf Instagram
Der Moderator und Podcaster ist bekannt aus dem Online-Format „Jäger & Sammler“ im ZDF und der Talkshow „deep und deutlich“ im NDR. Im Podcast „Tratsch & Tacheles“ spricht er mit der Moderatorin Hadnet Tesfai offen und ehrlich über die latest news aus der Popkultur. Mit seinen glamourösen Fashion-Statements auf seinen Social-Media-Kanälen gilt Tarik als der deutsche Billy Porter.
