© Thomas Fabry

Einfach erklärt

FAQ zu den neuen Haltungsform-Labeln

Wir beantworten euch die häufigsten Fragen rund um die neuen Haltungsform-Label.

Warum sind die Labels nur auf einigen ausgewählten Trinkmilch-Packungen zu finden, aber nicht auf Käse, Quark usw.?

Die neuen Labels sollen ein wichtiges Zeichen für das Tierwohl und mehr Transparenz in der Tierhaltung in deutschen Ställen setzen. Im Frühjahr 2022 startet der Handel mit dem Labeling der Milchverpackungen seiner Handelsmarken, also bei den Eigenmarken der Supermarktketten. Der Handel testet damit, ob die Transparenz bei den Verbraucher:innen ankommt, wie das System angenommen wird und wie es sich auf die Betriebe und Verkäufe auswirkt. Wenn es sich bewährt, soll die Ausweitung auf weitere Molkerei-Produktsegmente, wie Käse oder Quark, folgen.

Warum gibt es nun zwei verschiedene Label auf der Milchpackung?

Es werden künftig zwei Label auf der Milchpackung zu sehen sein:

  1. Die Ausweisung des Haltungssystems, in dem die Milchkuh lebt. Das vierstufige Modell zur Eingruppierung stammt von der Initiative Tierwohl.
  2. Das Tierwohlprogramm, das zum Beispiel festlegt, wie viel Platz und Bewegungsfreiraum die Tiere im Stall haben. Die Programme werden von der Initiative Tierwohl in die vier Haltungsformstufen eingruppiert.

Einige der Zertifizierer und Tierwohlprogramme gibt es schon länger, wie DLG, ProWeideland und das Tierschutzlabel. Andere, wie zum Beispiel QM+, wurden neu entwickelt. Details zu ihren Standards und Prüfvorgaben erfahrt ihr auf den jeweiligen Websites.

Wie ist der Tierwohlzuschlag für die Betriebe geregelt?

Der Lebensmitteleinzelhandel handelt die Zuschläge individuell mit den Zertifizierern und Molkereien aus. Hierzu werden einzelne Gespräche geführt. Die Zuschüsse für die zertifizierte Rohmilch kommen den Landwirt:innen und ihren Milchkühen zugute.

Welchen Vorteil haben die Label?

Um es mit einem Wort zu sagen: Transparenz! Viele Menschen wissen nicht, wie deutsche Milchkühe gehalten werden. Fakt ist: Die Mehrheit der zumeist familiengeführten Betriebe hat große, luftige Laufställe aufgebaut, die den Kühen Raum für Bewegung und soziale Kontakte in der Herde sowie Rückzugsmöglichkeiten für Ruhephasen, reichlich Frischluft und Wasser bieten. Je nach Region und individuellen Umfeldern gibt es auch regelmäßigen Weidegang. Die Label machen euch transparent, welche Milch aus welcher Kuhhaltung stammt.