Umfrageergebnisse

Hey Gen Z, was gibt’s zu essen?

Du bist, was Du isst. Junge Menschen definieren sich heute mehr denn je über ihre Ernährung. Das und mehr haben wir in mehreren Umfragen unter 18- bis 29-Jährigen erfahren.

Wir wollten wissen, was die Generation Zukunft isst und was ihr Essverhalten beeinflusst. Dafür haben wir mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Civey im April 2022 mehrere Online-Umfragen unter 3.000 Personen im Alter zwischen 16 und 39 Jahren durchgeführt. Die Aussagen der Generation Z, also der 18- bis 29-Jährigen, haben wir uns einmal genauer angesehen – und wurden positiv überrascht.

Ernährung ist Ausdruck eines Lebensstils

Satt werden alleine reicht nicht: 74,5 Prozent der Gen Z-Befragten sagen, dass die eigene Ernährung in den vergangenen Jahren vermehrt zum Ausdruck eines Lebensstils geworden ist. Interessant dabei: Fast die Hälfte (48 Prozent) folgt keiner bestimmten Ernährungsweise. Vegane (3,9 Prozent) und vegetarische (14,1 Prozent) Ernährungsweisen spielen nur für wenige eine Rolle. Lediglich 15 Prozent konsumieren täglich vegane oder vegetarische Ersatzprodukte, hingegen mehr als die Hälfte (57,4 Prozent) seltener bis nie. Jede:r Zweite der Gen Z (49,3 Prozent) sieht vegane Ernährung sogar als eher oder besonders ungesund an. Die meisten jungen Menschen scheinen also offen gegenüber einer möglichst vielfältigen Ernährung zu sein.

Mindset, Werte und Gewohnheiten – das zählt bei der Lebensmittelwahl

Social Media diktiert Jugendlichen, was sie essen sollen? Weit gefehlt. Junge Menschen lassen sich von außen nichts einreden, wenn es um ihre Ernährung geht. Am stärksten beeinflussen Gewohnheiten (61,6 Prozent), das persönliche Gesundheitsbewusstsein (44,5 Prozent) und das mentale Wohlbefinden (38,4 Prozent) das Essverhalten der 18- bis 29-Jährigen. Freund:innen und privates Umfeld haben eher geringen Einfluss auf die Ernährungsweise (22 Prozent), Berichte in den sozialen Medien so gut wie gar keinen (2 Prozent).

Darüber hinaus sind harte Fakten ausschlaggebend am Supermarktregal. So wählt die junge Generation Lebensmittel primär nach Preis (65,5 Prozent), Geschmack (53,5 Prozent) und Regionalität (46,5 Prozent) aus. Ebenso sind Inhaltsstoffe und Zutaten (37,7 Prozent) sowie Gütesiegel und Tierwohl (30,4 Prozent) relevante Faktoren. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig die transparente Herkunftskennzeichnung auf der Produktverpackung ist.

Tierhaltung, nachhaltige und lokale Produktion werden relevanter

Gesellschaftlich viel diskutierte Themen wie Tierwohl und Klimaschutz sind weiterhin wichtige Beweggründe für persönliche Entscheidungen. Artgerechte Tierhaltung zum Beispiel ist der wichtigste Aspekt in der landwirtschaftlichen Produktion, sagen 56,8 Prozent der Gen Z. Mit Blick auf die Zukunft der Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln werden weniger oder recycelbare Verpackung (57,2 Prozent), artgerechte Tierhaltung (56,8 Prozent) und regionale Produktion (55,2 Prozent) als immer wichtiger eingeschätzt.

Die Preissensibilität hält viele junge Menschen jedoch davon ab, für Klimaschutz in der Lebensmittelproduktion tiefer in die Tasche zu greifen. So ist etwa die Hälfte (50,5 Prozent) nicht bereit, mehr Geld für Nahrungsmittel auszugeben, die mit ausschließlich klimaschonenden Verfahren im Ackerbau erzeugt wurden.

Fazit: Die Jugend ist, was sie isst

Jungen Menschen ist ihre Ernährung wichtig. Sie ist Ausdruck eines Lebensstils, wobei dieser nicht unbedingt von speziellen Ernährungsweisen wie Vegetarismus oder Veganismus geprägt ist. Vielmehr bestimmen persönliche Komponenten wie das Gesundheitsbewusstsein, Wohlbefinden und der Genuss eine authentische Ernährungsweise. Das persönliche Umfeld und Medien haben zwar Einfluss, sind aber nicht die entscheidenden Faktoren für das eigene Essverhalten. Regionalität wird dabei von der Gen Z bei der Auswahl der Produkte groß geschrieben – und Produkte aus der Region mit kürzeren Transportwegen und eventuell sogar vom Bauernhof um die Ecke werden mit Nachhaltigkeit gleichgesetzt und landen deswegen umso eher auf dem Teller.

Die Umfrageergebnisse zeigen außerdem, dass es für die junge Generation bei einer gesunden Ernährung kein Schwarz und Weiß gibt. Vielfalt ist ihnen wichtig und somit ist Schluss mit der Wahl zwischen tierisch oder pflanzlich: Entsprechend stehen auf dem Ernährungsplan neben der Wurst aus Fleisch auch Wurst aus Pflanzen oder die Kuhmilch neben dem Haferdrink. Übrigens ist dies auch im Sinne der Nachhaltigkeit zu empfehlen, denn eine nachhaltige Landwirtschaft braucht die Pflanzen- UND Tierproduktion, um Nährstoffkreisläufe zu erhalten.