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Milch und Milchprodukte in einer klimaschonenden Ernährung

Sich klimaschonend ernähren, ökologische Kreisläufe erhalten und so den Planeten schützen – zu alldem leistet die Milch einen wichtigen Beitrag. Drei Gründe, warum Milchprodukte zu einer klimaschonenden Ernährung gehören.

Tiere, Pflanzen und Böden brauchen einander. Sie existieren seit jeher in einem perfekt funktionierenden Ökosystem. Dieser natürliche Kreislauf gilt in seinen Grundsätzen auch in der modernen Landwirtschaft. Milchkühe sind hierbei wichtige Nutztiere. Sie erhalten die Kulturlandschaft, fördern die Biodiversität auf dem Grünland und bewahren die Ressourcen Boden und Wasser für kommende Generationen. Es ist nicht übertrieben, wenn wir sagen: Die Milchwirtschaft hat eine Schlüsselrolle im modernen Ernährungskreislauf, zumal Milch den Speiseplan der Zukunft bereichert. Warum das so ist, schauen wir uns einmal genauer an.

1. Die Milchwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zum Nährstoffkreislauf

Etwa ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland ist Grünland, also Wiesen und Weiden. Sie können nicht für den Anbau von essbaren Kulturpflanzen, zum Beispiel Getreide, genutzt werden. Das Grünland ist trotzdem wertvoll für uns: Zum einen bietet es wichtige Versickerungsflächen für Regen und Oberflächengewässer und ist ein sehr effizienter CO2-Speicher, der durchschnittlich 181 Tonnen CO2 je Hektar speichert.

Zum anderen ist Grünland ein nachhaltiger, regionaler Futterlieferant für unsere Milchkühe. Sie fressen hauptsächlich Raufutter wie Gras, Heu, Silage und Mais. Diese „Zutaten“ werden im Umkreis der Betriebe geerntet und für die kalten Monate haltbar gelagert, sodass für die Tiere immer natürliches Grundfutter zur Verfügung steht.

Milchkühe fressen aber auch Pflanzenreste, die im landwirtschaftlichen Anbau anfallen – und das ist ein wesentlicher Faktor für die Ökobilanz. Ein Beispiel: Von einem Kilogramm Hafer gelangen gerade einmal 300 Gramm in den Haferdrink. Der Rest sind Nebenprodukte, die als hochwertige Futtermittel verwendet werden. Milchkühe können daraus Nährstoffe gewinnen, die sonst verloren wären. Sie wandeln also die nicht essbare Biomasse in hochwertige Lebensmittel wie Milch und Fleisch um. Außerdem produzieren die Tiere wiederum Nährstoffdünger, der nützlich ist für den Pflanzenanbau. Es entsteht ein natürlicher Nährstoffkreislauf, der nur mit dem Beitrag der Tiere funktioniert.

Fassen wir zusammen: Auf der einen Seite haben wir die Produktion von rein pflanzlichen, veganen Lebensmitteln und auf der anderen Seite die Verfütterung der Nebenprodukte an Nutztiere. Eine Win-win-Situation für Tier und Mensch und die entscheidende Kombination, um die Umwelt- und Klimawirkung der Landwirtschaft zu minimieren.

Außerdem können Kühe Gras und Pflanzenreste zu nährstoffreicher Milch veredeln. Das macht sie zu effizienten Lebensmittelproduzentinnen. Sie fördern die Pflanzenproduktion und erzeugen zusätzliche Lebensmittel ohne Nahrungskonkurrenz. Pflanzenbasierte Ernährung und Milchkonsum gehen somit Hand in Hand.

2. Kuh-Emissionen sind in der Ökobilanz schon eingerechnet

In einer klimaschonenden Ernährung wird auch der CO2-Fußabdruck des erzeugten Lebensmittels betrachtet. Ein wichtiger CO2-Faktor sind die Kühe selbst. Sie stoßen Methan aus, dass sich im ersten Kuhmagen, dem Pansen, bildet. Daher gilt, je effizienter das Futter verwertet werden kann, zum Beispiel das Raufutter vom hiesigen Grünland, desto geringer ist die Methan-Belastung des erzeugten Lebensmittels. Die gute Nachricht: Das Methan aus der Kuh verbleibt im regenerativen Methan-Kreislauf. Es wird in der Atmosphäre in CO2 umgewandelt, Pflanzen nehmen den Kohlenstoff in der Photosynthese auf, wodurch er in Sauerstoff und Kohlenstoff gespalten wird. Die Kühe nehmen den Kohlenstoff beim Grasen auf.

Da die Kuh aus Biomasse nährstoffreiche Milch produziert, ist ihr CO2-Fußabdruck gemessen am verzehrbaren Protein, das sie liefert, relativ gering. Betrachtet man den CO2-Fußabdruck im Verhältnis zum Nährstoffgehalt, so schneidet Milch in der Klimabilanz sogar besser ab als ihre pflanzlichen Imitate.

3. Milch bereichert den pflanzenbasierten Speiseplan der Zukunft

Immer mehr Menschen fragen sich: Wie kann ich mich gesund und gleichzeitig nachhaltig ernähren? Hierauf gibt die EAT-Lancet-Kommission, ein Expert:innengremium aus internationalen Wissenschaftler:innen, eine zukunftsfähige Empfehlung: die Planetary Health Diet. Nach dieser Planeten-Ernährung sollten wir Lebensmittel konsumieren, die regional und saisonal verfügbar sind. Ziel der Planeten-Ernährung ist es, dass im Jahr 2050 bis zu zehn Milliarden Menschen gesund ernährt werden können, ohne die verfügbaren Ressourcen zu erschöpfen und den Planeten langfristig zu zerstören. Demnach besteht eine ausgewogene, klimaschonende Ernährung zum Großteil aus pflanzlichen Lebensmitteln, die um tierische Lebensmittel wie Milchprodukten ergänzt werden. Ein Grund für diese Kombination: Pflanzliches Eiweiß ist nicht so hochwertig wie tierisches. Menschen, die Milch konsumieren, können sich besser mit den notwendigen Nährstoffen versorgen. In Milch steckt zum Beispiel Calcium, hochwertiges Protein, B- Vitamine und Jod. Ganz konkret nennt die Planeten-Ernährung eine Verzehrmenge von 250 bis 500 Milliliter Milchäquivalente am Tag.

Halten wir fest: Milch gehört in eine zukunftsfähige Ernährungsweise – zum einen als optimale Ergänzung zur pflanzlichen Lebensmittelbasis, zum anderen als Teil einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.

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Milch und Milchprodukte in einer klimaschonenden Ernährung

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Die Schlüsselrolle von Milchkühen im Nährstoffkreislauf

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